terça-feira, 28 de outubro de 2014

Geschichte des Spiritismus und seine wichtigsten Vertreter

Artikel 
Autor: Fabio Nascimento*
Es gibt kein Zeitalter in der Geschichte ohne spiritistische Phänomene. Doch  im 19. Jahrhundert begannen sich die Phänomene einer Kommunikation mit  der geistigen Welt zu häufen, was zur Gründung einer organisierten spiritistischen Bewegung führte. Die wichtigsten Persönlichkeiten und Ereignisse dieser Entwicklung werden hier skizziert.


Schon das Alte Testament erzählt von unzähligen medialen Kundgebungen: von den Propheten bis zu Moses, dem Gott die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai offenbarte. Auch das Neue Testament ist voller einschlägiger Zeugnisse, Jesus selbst sprach mit Moses und Elijah auf dem Berg Tabor.
Auch die alten hinduistischen Bücher, die sogenannten Veden, berichten über die Beziehungen mit der geistigen Welt. Die griechischen Pythia, die gallischen Druiden, die ägyptischen Priester, die romanischen Wahrsager, alle hatten Kenntnisse über die Kommunikation mit den Geistern. Sokrates, Plato und andere Weise aus der Antike berichten von der Existenz spiritueller Welten.

Im Mittelalter wurden »Hexen« verbrannt und »Heilige« verehrt, weil sie Kontakt zur geistigen Welt hatten. Sie alle waren Medien. Das erste neuzeitliche Medium, das größere Bekanntheit erreichte, war der Schwede Emanuel Swedenborg. Seine hellseherischen Fähigkeiten waren 1744 geweckt worden. Er war Bergbau-Ingenieur und besaß große Kenntnisse in Metallurgie, Astronomie, Physik, Zoologie und Anatomie. Dazu war er Finanzier, Politiker und ein profunder Bibelkenner. Er schrieb mehrere Bücher, in denen er Erzählungen mischte mit der Beschreibung seiner medialen Erfahrungen und ihrer theologischer Interpretation. Unter seinem Einfluss gründete sich die Glaubensgemeinschaft »Neue Kirche«.

Im 19. Jahrhundert schrieb das große Medium Andrew Jackson Davis mehr als 30 Bücher unter magnetischer Trance. Seine Offenbarungen wurden als »Harmonische Philosophie« und »Göttliche Offenbarung der Natur« bezeichnet und zeigten in den USA große Wirkung. In Trance demonstrierte Davis das Phänomen der Xenoglossie, der  Gabe, eine Sprache zu sprechen, die er nie gelernt hatte. Trotz seines geringen Bildungsniveaus wusste er bereits vor 1856 Einzelheiten über das Auto und die Schreibmaschine, Dinge, die erst Jahrzehnte  später erfunden wurden. 1847 sah er ein spiritistisches Ereignis in Hydesville voraus, das große Bekanntheit erlangen sollte.


Am 31. März 1848 suchte ein Geist die Familie Fox aus Hydesville, New York, heim. Mit zwei der drei Töchter kommunizierte ein Geist mittels eines Klopfcodes. Dieses Phänomen onnten auch viele Schaulustige beobachten. Es war die erste öffentliche Kundgebung eines Dialogs mit den Geistern.
Der Geist empfahl der damals 11-jährigen Kate und ihrer Schwester Margareth, öffentlich aufzutreten, was die beiden jahrzehntelang taten. 1871 absolvierte Kate in London erfolgreich Tests ihrer Medialität durch den berühmten Chemiker Sir William Crookes. Der psychologische Druck der Medialität lastete jedoch schwer auf  Margareth und Kate. Alkoholmissbrauch ließ  ihre Fähigkeiten verkümmern, beide starben  Anfang 1890.

Ihre ältere Schwester Ann Leah Underhill  beschrieb die Ereignisse in ihrem Buch »The missing Link in modern Spiritualism«. Sie  hatte die Wichtigkeit der Phänomene erkannt und verstanden, welche philosophische und moralische Bedeutung sie für die Menschheit haben konnten.
Den Vorführungen der Fox-Schwestern folgte eine Welle von Geistererscheinungen, anfangs in den USA, dann in Europa, Mittel- und Südamerika. Die Resonanz war so groß, dass sie erste  wissenschaftliche Untersuchungen über paranormale Phänomene anregte. Die Zeitungen dieser Zeit sind voller Berichte über diese Geschehnisse, die die Epoche des modernen Spiritismus in den USA begründeten.

Das Zeitalter des Tischerückens Dies war die Zeit der klopfenden Tische, durch sich die Geister  mitteilten. Die Versuchsteilnehmer standen um den Tisch, auf den sie ihre Hände legten. Wenn ein Buchstabe gerufen wurde, sollte der Tisch ein Tischbein heben und einen Schlag geben. So entstanden, Buchstabe für Buchstabe, Nachrichten, die die Geister vermitteln wollten. Das Phänomen der klopfenden Tische war auch schon in der griechischen und römischen Antike bekannt, doch dann wieder in Vergessenheit geraten.

Auch in Deutschland wurde das Tischerücken populär. Dr. Justinus Kerner veröffentlichte 1853 seine Abhandlung »Die somnambulen Tische«. Die meisten Wissenschaftler beschränkten sich darauf, die Phänomene auf Grundlage der bekannten physikalischen Gesetze zu untersuchen. Kaum einer machte sich jedoch Gedanken über die philosophischen Folgen dieser Entdeckung.

Einer der wenigen war der Französischlehrer Hippolyte Léon Denizard Rivail, der unter dem Pseudonym Allan Kardec bekannt wurde. Er studierte die Phänomene des Tischerückens sowie des fremdbestimmten Schreiben mit wissenschaftlichen Methoden, sammelte aber auch die Mitteilungen, die er dadurch aus der geistigen Welt erhielt und schuf mit seinen Büchern eine theoretische Grundlage der spiritistischen Lehre. Im Jahr 1858 gründete er die Zeitschrift »Revue Spirite« als wichtiges Diskussionsforum für Phänomene, Philosophie und spiritistische Religion.

* Fabio Nascimento ist Mitglied von Geeak e.V. München
Quelle: Das spiritistische Magazin -  1. Ausgabe,2012