sábado, 16 de agosto de 2014

Die drei Siebe von Sokrates

Sokrates  (469 v. Chr. in Alopeke, Athen; † 399 v. Chr.)
Eine Geschichte zum Thema „Gerüchte“

Total aufgeregt kommt jemand zum alten Sokrates gelaufen: „Hej, Sokrates, das muss ich dir unbedingt erzählen, nämlich wie Dein Nachbar gestern…“
„Halt ein!“, unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe geschüttelt?“ 

„Drei Siebe“, fragte der andere verwundert. 

„Ja, mein Freund, drei Siebe! Lass uns sehen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurch geht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du das, was du mir erzählen willst, selber geprüft, ob es wirklich wahr ist?“ 

„Nein, ich hörte es erzählen und der andere….“ 

„So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht wahrerwiesen, wenigstens gut?“ 

Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil….“ 

„Dann“ unterbrach ihn Sokrates, „lass uns das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so beschäftigt“. 

„Notwendig nicht gerade, aber….“ 

„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit“.

Quelle:  Buch „Der Seele Heimat ist der Sinn“ von Elisabeth Lukas