domingo, 1 de junho de 2014

Die Lektion der Ameise

In Oktavians Schule wurde ein Fest organisiert und die Schüler waren begeistert dabei die letzten Vorbereitungen zu erledigen. Einige hingen lange und bunte Fähnchenleinen auf, andere machten Plakate, weitere fegten den Boden und noch andere putzten die Tische und Stühle. 
In der Küche wurden Kuchen, Torten, Süßigkeiten und Deftiges vorbereitet um während des Festes angeboten zu werden. 
Die Schüler arbeiteten mit Liebe, plauderten und hatten Spaß.
Oktavian war der einzige gewesen, der nirgendwo mithelfen wollte. 
Die aufmerksame und ganz den Schülern gewidmete Lehrerin bat ihn mehrere Male in diesem oder jenem Bereich der Arbeit mitzuwirken. Er aber lehnte es grundsätzlich ab sich bei der Mühe der Kollegen zu beteiligen. 
An einem bestimmten Augenblick befahl ihm die Lehrerin streng: 
„Da du dich weigerst dem Beispiel der Anderen zu folgen und an der Organisation unseres Festes mitzuwirken, bekommst du eine andere Aufgabe. Bis morgen musst du mir auf jeden Fall einen Aufsatz über das Thema ‘Das Leben der Ameisen’ abgeben.“  
„Aber das ist unrecht!“ beschwerte sich der Junge. „Muss nur ich diesen Aufsatz machen?“

„Da irrst du dich Oktavian. Unrecht ist es, dass du nichts tust während deine Kollegen arbeiten und sich für das allgemeine Wohl bemühen.“   
Sie legte eine Pause ein und als sie Oktavians Unentschiedenheit bemerkte, beendete sie: 
„Du kannst gleich anfangen, sonnst wirst du nicht bis morgen fertig.“ 
„Aber wie soll ich das anstellen? Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll!“ erwiderte der Junge.
„Das ist einfach. Beobachte die Ameisen im Garten!“ 
Ganz verstört ging Oktavian in den Garten der Schule. Mit einem Seufzer setzte er sich auf den Boden und dachte: „Toll! Wo soll ich jetzt Ameisen finden?“ 
Da sah er auf einmal eine kleine Ameise die flink zwischen seinen Füssen durchlief. Er verfolgte sie mit den Augen und bemerkte darauf zwei weitere Ameisen, die auch schnell in die gleiche Richtung liefen. 
Neugierig stand er wieder auf und folgte ihnen. Weiter voraus sah er eine Ameise, die zurückkam und ein Stück Brot trug, was wenn auch klein, immer noch viele male größer als sie selber war. 
Er lächelte voll Spaß und zur selben Zeit erstaunt. „Wo wird sie wohl das harte Stück Brot hintragen?“ dachte er.   
Er schaute sich um, und etwas weiter vorne sah er ein großes Stück Sandwich, das jemand fallen gelassen hatte. Drum herum arbeiteten  duzende von Ameisen fleißig. Einige schnitten das Brot in kleinere Teile, die anderen Trugen diese fort. 
Wenn das Stück zu schwer für ihre einzelnen geringen Kräfte war, vereinten sie die Kräfte und trugen es zusammen. 
Als er den Weg der Ameisen verfolgte, sah Oktavian, dass sie in einen Ameisenhaufen reingingen, die Last ablegten und zur Arbeit zurückkehrten.
„Wie interessant!” murmelte Oktavian, beeindruckt von der Kooperation und Einigkeit die zwischen den kleinen Arbeitern herrschte. „Die sind so klein und doch so vereint und arbeitsam!” 
In diesem Augenblick erinnerte er sich an das Schulfest, und dass nur er nicht mithalf. Er stand beschämt auf, suchte die Lehrerin auf und bat sie ihm eine Aufgabe zu erteilen. 
Lächelnd fragte die Lehrerin: 
„Sehr gut! Aber was verursachte deine Meinungsänderung, Oktavian?“
„Die Ameisen, die Sie mich forschen schickten. Sie leben in einer freundschaftlichen und brüderlichen Kooperation vereint. Wenn sie arbeiten können, dann kann ich das auch.“ 
Er sprach zuende, schaute die Lehrerin an und sagte: 
„Aber wenn ich bei dem Schulfest mithelfe, werde ich nicht mehr sehr viel Zeit haben, um den Aufsatz vorzubereiten. Muss ich ihn wirklich morgen früh abgeben?” 
Die Lehrerin lächelte zufrieden, legte die Hand auf den Kopf des Jungen und sprach mit Zuneigung: 
„Nein Oktavian. Es ist nicht mehr nötig den Aufsatz zu machen. Du hast schon deine Lektion gelernt.“
                                                                 Tante Celia   

 (Autor: Célia Xavier de Camargo, Übersetzung: Igor Oberding)


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