sexta-feira, 30 de maio de 2014

Gute Taten

Von Allem was die Religionslehrerin an diesem Tag beibrachte, merkte sich Robert insbesondere, dass wir alle Pflichten haben, die erfüllt werden müssen, und dass wir gegenüber den Anderen immer gute Taten vollbringen sollten.
Robert, ein kluger und intelligenter Junge, prägte sich die Worte von der Lehrerin ins Herz ein.  
Am nächsten Morgen sah er eine Klassenkameradin in der Pause, die versuchte eine Mathematikaufgabe zu lösen. Robert erinnerte sich an das was die Lehrerin gesagt hatte und zweifelte keinen Augenblick länger. Mathematik viel ihm leicht und in wenigen Minuten hatte er die Aufgabe gelöst.

Das Mädchen bedankte sich entzückt, Robert ging weiter und dachte dabei: „Meine erste gute Tat des Tages.“ 
Auf dem Heimweg kam er an einem Haus vorbei, wo ein kleiner Junge ohne viel Erfolgt versuchte, einen Drachen in die Luft steigen zu lassen.
Spontan näherte er sich, nahm dem Jungen sein Spielzeug ab und beförderte den Drachen schon bald hoch in den Himmel.
Der kleine Junge bedankte sich überrascht und hielt die Schnurrolle, die den Drachen in der Luft hielt, fest in der Hand. Robert ging seinen Weg und fühlte sich immer besser. Er hatte seine zweite gute Tat des Tages vollbracht und ein großes Wohlgefühl erfüllte ihn innerlich.
Noch kurz bevor er zu Hause ankam sah er einen Jungen neben einem Fahrrad hocken. Als er sich näherte bemerkte Robert das der Junge ein Problem hatte: die Kette war nicht mehr am richtigen Platz. Sofort kniete Robert nieder und brachte die Kette hilfsbereit wieder an die richtige Stelle. Der Junge bedankte sich und fuhr fort.
Ganz stolz kam Robert ins Haus herein.  
Er erzählte der Mutter, was er an diesem Morgen gemacht hatte, und diese lobte ihn für die Hilfe an die drei Kinder. Danach fragte sie: 
„Und jetzt? Was willst du nun machen?“
„Ich esse jetzt zu Mittag und gehe dann raus, um zu gucken ob ich heute noch jemandem helfen kann.“ 
Die Mutter hörte es und sagte nichts.
Nach dem Mittagessen ging Robert vor die Tür und wartete auf die Geschehnisse.
Später kehrte er zufrieden ins Haus zurück und erzählte der Mutter: 
„Mutter, ich habe einer Dame geholfen, die Straße zu überqueren. Danach habe ich dem Postboten geholfen, alle Briefe abzugeben.“
Robert lächelte und ergänzte voller Stolz:
„Mutter, ich bin erschöpft, aber sehr glücklich. Jetzt werde ich duschen, zu Abend essen und schlafen gehen.“
Die Mutter schaute ihn ernsthaft an und sprach:
„Dein Wunsch den Leuten zu helfen ist sehr lobenswert, mein Kind. Allerdings, und deine Pflichten? Wer wir diese tun?“
Robert riss nun die Augen auf, als hätte er sich nur in diesem Augenblick an seine Pflichten erinnert.
„Aber Mutter“, stotterte er enttäuscht, „ich dachte das richtige zu tun.“
„Ja, mein Kind. Aber den Anderen zu helfen ist etwas zusätzliches, was wir tun können, ohne uns unserer eigenen Pflichten zu vergessen. Hat die Lehrerin euch nicht gesagt, dass jeder seine Pflichten hat, die er erfüllen muss?“ 
„Ja, das ist wahr. Und jetzt?”
„Jetzt hast du deine Hausaufgaben zu machen, das Zimmer aufzuräumen, die Spielsachen wegzuräumen. Ach! Und du wolltest auch noch das Fahrrad von deinem Bruder in Ordnung bringen, erinnerst du dich?“
„Aber es ist schon spät!“ beschwerte sich der Junge.
„Nicht so spät. Du hast noch etwas Zeit vor dem Abendessen.“
Als er sah, dass die Mutter nicht nachgeben wollte, senkte er den Kopf und ging seinen Pflichten nach. Danach duschte er und aß zu Abend. Nach dem Abendessen ging er gleich sehr erschöpft zu Bett.
Die Mutter kam in sein Zimmer um mit ihm zu beten.
Sie setzte sich auf die Bettkante, strich dem Kind durch die Haare und sagte:
„Ich bin heute sehr Stolz auf dich, mein Kind. Du hast richtig gehandelt, indem du den Leuten geholfen hast. Doch dürfen wir in all unser Hilfsbereitschaft und unserem Wunsch, nützlich zu sein, nicht die Grenze der Hilfe überschreiten und die Pflichten für die Anderen erledigen.“
„Wie meinst du das Mutter?“
„Zum Beispiel: indem du deiner Klassenkameradin die Mathematikaufgabe gelöst hast, hast du sie beim lernen verhindert. Richtiger wäre es gewesen, ihr beizubringen, wie man die Aufgabe löst. Verstehst du?“
„Verstehe ich, Mutter. Das heißt ich hätte dem kleinen Jungen helfen können, den Drachen in die Luft zu bekomme, hätte es aber nicht für ihn tun sollen, oder? Das selbe auch bei dem Jungen mit dem Fahrrad. Hätte ich ihm beigebracht die Kette wieder an die richtige Stelle zu setzen, würde er sich bei dem nächsten Vorfall selber helfen können. Und der Postbote?“
„Die Sache mit dem Postboten ist etwas komplizierter. Es ist seine Verantwortung die Briefe auszutragen. Er verdient dafür. Und wenn du was falsches gemacht hättest, wie zum Beispiel einen wichtigen Brief an der falschen Adresse abzugeben? Oder wenn du einen Brief verloren hättest? Die Verantwortung wäre immer noch die seine gewesen und er hätte die Folgen tragen müssen.“
„Du hast recht Mutter. Aber ich glaube richtig gehandelt zu haben, als ich der Dame geholfen habe, die Straße zu überqueren.“
„Sehr richtig, mein Kind, obwohl alles was du heute getan hast, gut war. Wir dürfen nur nicht den Leuten die Gelegenheit nehmen zu Lernen, indem wir ihre Pflichten für sie verrichten.“
„Und dürfen uns auch nicht unserer eigenen Pflichten vergessen!“
Robert war zufrieden. Es war ein sehr produktiver Tag voller Neuigkeiten gewesen.
Er umarmte die Mutter voller Liebe und betete mit ihr, sich bei Jesus bedankend für die Lehren dieses Tages.
                                           
                                                                       
Tante Celia   

(Autor: Célia Xavier de Camargo; Übersetzung: Igor Oberding)


<< Home       <<Deutsch       << Archiv-Deutsch