terça-feira, 4 de junho de 2013

Gegenseitiger Respekt


Herr Manuel war ein gütiger Mensch voller Mitgefühl. Er lebte von dem Land und erfüllte seine
Aufgaben mit viel Liebe und Hingabe. Er hatte einen Sohn, der trotz der Erziehung die er ihm gab, undiszipliniert war.  Dieser handelte ohne seine Mitmenschen zu bedenken noch sich Gedanken zu machen, ob jemandem geschadet werden könnte.

Der liebevolle Vater bemühte sich dem Sohn den Weg des Guten beizubringen und erklärte ihm, dass wir immer die Nächstenliebe und Respekt  ausüben sollen, wie Jesus es uns gelehrt hat.

„Und was ist mit den Tieren?“ fragte Tom ungeduldig.

„Auch die Tiere, mein Sohn. Sie sind unsere kleineren Brüder und verdienen all unsere Rücksicht und Respekt. Sie brauchen unsere Hilfe, so wie auch wir auf sie angewiesen sind um unsere täglichen Aufgaben zu meistern.“

Da sie sich gerade auf dem Feld befanden, legte der Vater eine Pause ein und gab ein Beispiel, indem er auf ein Tier zeigte, was vor einen  Pflug gezäumt war.

„Siehe Sampfti zum Beispiel. Er ist gelehrig und zahm, verachtet nie die harte Feldarbeit und in all diesen Jahren in denen wir zusammen arbeiten habe ich ihn nie rebellieren oder sich undiszipliniert verhalten sehen.   Niemals hat er jemanden angegriffen.“

„Bei dem Sanfti bin ich ja noch mit dir einverstanden Papa, da er dir hilft. Aber die anderen!...“ antwortete Tom mit Verachtung.

„Die anderen Tiere helfen auch, mein Sohn. Jedes hat eine andere aber nicht weniger wichtige Aufgabe. Die Mimose, unsere Kuh, beschert uns mit der leckeren Milch, die wir jeden Morgen trinken; die Hühner liefern uns die Eier für unsere Nahrung und unser Hund arbeitet ohne Ruhepausen zum Schutz unseres Hauses. Es verdienen also alle unsere Zuneigung und Dankbarkeit.“
Tom war aber noch nicht überzeugt.

Am folgenden Tag lud Manuel Tom ein, mit ihm für ein paar Einkäufe in die Stadt zu fahren. Tom war ganz euphorisch und machte es sich ganz glücklich in der kleinen Kutsche gemütlich.
Nachdem sie in der Stadt angekommen waren ging sein Vater in das Lagerhaus um die Einkäufe zu tätigen während Tom den Verkehr auf der Straße beobachtete.

Die Zeit verstrich und sein Vater kehrte nicht zurück. Der Junge wurde langsam ungeduldig.
Er beobachtete Sanfti, der mit gesenkten Augen weiterhin demütig wartete, ohne irgendwelche Anzeichen von Ungeduld zu zeigen und bekam Lust das Tier anzugreifen um seine Reaktion zu sehen.

„Ich drehe mal eine Runde. Wollen wir mal sehen ob er wirklich folgsam ist.“

Tom schaute sich um und sah auf einer nahegelegenen Baustelle ein langes und dünnes Stück Brett.

Er nahm die Latte, stieg entschlossen auf die Kutsche und gab Sanfti ein Kommando zu gehen. Das Tier erkannte nicht die Stimmen seines Herren, an die es gewohnt war, und bewegte sich nicht vom Fleck.

Tom nahm die Latte und schlug sie heftig auf den Rücken des Pferdes. Das wieherte vor Schmerzen, erhob die Vorderpfoten in die Luft, so das die zerbrechliche Kutsche sich auf gefährliche Weise neigte und Tom hinunter fiel.

Als er das Schreien auf der Straße hörte kam Manuel gerannt zur Hilfe und fand seinen Sohn schreiend auf dem Boden.

Als er von den Beobachtern erfuhr was geschehen war wurde Manuel ganz empört.

„Aber Vater, du sagtest doch das Sanfti zahm ist, und doch hat er mich heruntergeworfen!“ – schrie der Junge ganz überrascht.

Der Vater nahm den Sohn, führte ihn nah an das Tier ran und sagte:

„Und du glaubst wohl Sanfti könnte anders reagiert haben? Guck doch mal was du dem armen Tier angetan hast!“

Von dem Rücken des Pferdes lief ein Blutgerinnsel herunter. Tom hatte nicht bemerkt, dass an der Spitze der Latte ein Nagel war und dass Sanfti wegen dem Schmerz der Verletzung so reagiert hatte.
Manoel nutzte die Gelegenheit die sich ihm bot und fügte hinzu:

„Sanfti ist zahm wie ein Schaf. Er hat sich nur instinktiv vor einem Angriff verteidigt. Wir alle bekommen entsprechend dem was wir gemacht haben. Hättest du ihm Zärtlichkeit und Liebe gegeben, so hättest du die entsprechende Vergeltung erfahren. Da du ihn angegriffen hast, wurdest du angegriffen. Verstanden?“

Sehr beschämt bejahte Tom mit dem Kopf und nahm sich vor nie mehr so einen Fehler zu machen.
                
Tante Celia
(Autor: Célia Xavier de Camargo; Übersetzung: Igor Oberding;)


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