terça-feira, 4 de junho de 2013

Eine Handvoll Schlamm


Richard spielte gerne mit seinem Freund Peter. Sie waren Nachbarn in ungefähr dem gleichen

Alter. Sie überquerten den Trennungszaun zwischen ihren Häusern und spielten mal bei einem, mal beim anderen. 

Ab und zu, wie es zwischen Kindern schon mal vorkommt, stritten sie sich und verbrachten mehrere Tage ohne sich zu sprechen. Aber beide waren nur wirklich glücklich wenn sie zusammen waren. 
Eines Tages hatten sie einen heftigen Streit und Peter beschimpfte Richard mit bösen Schimpfwörtern.

„Du dreckiges Maul!“ schrie der andere zurück.

Voller Wut und nicht befriedigt von der Antwort, die er dem Freund gegebenen hatte, suchte Richard auf dem Boden noch nach irgendetwas, womit er Peter schlagen könnte. Aber er fand nichts.
Da es allerdings am Vorabend geregnet hatte, war es im Garten noch matschig. Richard nahm sich also eine Handvoll Schlamm und wollte sie gerade auf den Nachbarn werfen, als seine Mutter von der Küchentür aus sah was er vorhatte, und in den Garten gelaufen kam.

„Mein Sohn, was machst du?“  

Der Junge guckte seine Mutter an, guckte danach auf seine Hände und sagte:
„Ach, ich wollte den Peter mit Schlamm bewerfen!... er hat mir sehr hässliche Schimpfwörter zugerufen Mama!“

Die Mutter näherte sich dem Sohn und fragte:

„Und wirst du glücklicher indem du ihn mit Schlamm bewirfst?“

„Ach!... Wenigsten werde ich ihn ganz schön schmutzig machen!...”

  Die Mutter schaute ihren Sohn tief in die Augen und fragte:

„Mein Sohn, Dreck hin oder her, guck doch mal zuerst auf deine eigenen Hände!... Merkst du nicht, dass du dich zu aller erst selbst beschmutzt hast Richard?“ 

Der Junge betrachtete überrascht seine dreckigen Hände, als ob er das erst jetzt bemerkte.
„Aber Mutter, er hat mich beschimpft!“

„Ich weiß mein Sohn, aber als Peter dich beschimpfte, und bevor noch er dich mit den dreckigen Wörtern traf, beschmutzte er selber zuerst seinen eigenen Mund. Außerdem hast du ihm auch grob geantwortet!“

Der Junge überlegte und die Mutter fuhr fort:

„Wenn wir jemanden etwas Böses antun, mein Sohn, treffen wir zu aller erst uns selbst.“

„Das ist wahr. Meine Hände sind schmutzig und ich habe noch gar nicht den Peter mit Schlamm beworfen. Also was mache ich dann jetzt Mama?”

Die Mutter streichelte den Sohn über den Kopf und sagte:

„Denk nach. Was wäre die beste Haltung?” 

Der Junge überlegte und überlegte und schien endlich die Lösung gefunden zu haben: „wenn ich dadurch, dass ich jemandem etwas Böses antue zuerst mir selber schade, dann wird es wohl genauso sein, wenn ich jemandem etwas Gutes antue - ich werde der erste sein, der davon profitiert!...“
Und dann guckte Richard auf seine Hände und sah den Schlamm, der schon begann zu erstarren. Er lief zu dem Gartenschlauch und wusch die Hände gut sauber. Danach guckte er über den Zaun und sah den Peter, der auf der anderen Seite mit großen Augen verfolgte welches Richards nächste Reaktion sein würde. 

Richard ging zum Nachbarn und überraschte ihn mit seinen Wörtern:

„Peter, zanken ist doof und löst die Sache nicht. Im Gegenteil, wir sind dann alleine und haben niemanden zum spielen.“ 

Peter schämte sich auch über sein Verhalten und antwortete:
„Ich wollte dich nicht beschimpfen, Richard. Als ich es bemerkte, hatte ich es schon ausgesprochen! Bitte entschuldige mich.”
Richard hörte was der Nachbar sagte und gab zu:

„Ich habe mich auch falsch verhalten Peter. Habe dich ein dreckiges Maul genannt und wollte dich mit Schlamm beschmutzen. Wie gut das ich den Schlamm nicht geworfen habe. Ich habe von meiner Mutter gelernt, dass wenn wir unserem Nächsten das Böse wünschen, wir die ersten sind die davon betroffen werden.“

Richard streckte die Hand dem anderen entgegen und fragte:

„Freunde?”
„Freunde!” 
 
Beide waren sehr glücklich und gingen Richards Mutter erzählen, dass sie Frieden geschlossen hatten.

Die Frau lächelte und umarmte beide.
       
„Frieden schließen ist das Beste was es gibt! Pflegt eure Freundschaft und ihr werdet es nie bereuen.“
Die Jungs umarmten sich und versprachen sich nie mehr zu zanken.   

Richard und Peter sind erwachsen geworden, haben Schule gewechselt, sind in die Universität gekommen, aber haben nie diese eine Lektion vergessen.    

Und im täglichen Leben, immer wenn mit jemand ein Problem entstand, wurde dieses gleich durch den Dialog, mit viel Verständnisse,Toleranz und Frieden gelöst.  

MEIMEI
 
(Diese Botschaft wurde von Célia Xavier de Camargo am 21.02.2011 empfangen.)
 




<<< Home        <<Deutsch          << DEUTSCH-Archiv