terça-feira, 4 de junho de 2013

Der Kirchschbaum



Eine Gruppe Kinder ging nach der Schule nach Hause. Sie gingen fröhlich auf dem Bürgersteig
, lachten und erzählten sich Streiche, die sie angestellt hatten. Auf einmal erinnerte sich ein
er der Jungs:

„Obacht! Gleich sind wir am Haus des Kirschbaums.“

Alle schwiegen und näherten sich in Stille dem Haus.

Hinter der Mauer war ein wunderschöner Kirschbaum voller Früchte. Die Kirschen übersäten die Äste, waren schön reif und schienen sehr lecker.

Zwei der pfiffigsten Jungen kletterten die Mauer hoch und pflückten flink ein paar kleine Früchte. Dann folgten weitere zwei Jungs und so weiter bis jeder seine Früchte gepflückt hatte. 
Da hörten sie auf einmal wie jemand sich näherte.

„Wer ist da?“ schrie eine Frauenstimme.

  Die Jungs nahmen ihre Schultaschen, lachten leise und rannten davon. Beim nächsten Häuserblock fühlten sie sich wieder sicher, hielte an, setzten sich auf den Bürgersteig und hatten ihren Spaß mit dem Geschehen.

Als er zuhause ankam lachte Julian noch und erzählte der Mutter, was sie gemacht hatten.

Er holte zwei schöne, reife Kirschen aus der Schultasche und bot sie ihr an:

„Koste mal Mama, die schmecken lecker! Super süß!“

Die Frau guckte den Jungen mit ernster Miene an und fragte:

„Julian, mein Sohn, meinst du das ist richtig, was du gemacht hast?“

Der Junge überlegte etwas besorgt als er die Mutter so verärgert sah und antwortete:

„Wir haben nur ein Spaß gemacht, Mama! ‘Alle’ machen das!...” 

„‘Alle’ machen das? Was ihr gemacht habt ist Diebstahl. Diese Früchte könnten ganz leicht in jedem Supermarkt gekauft werden, mein Sohn! Findest du das richtig? War es das, was dir dein Vater und ich beigebracht haben?

Der Junge senkte bereut den Kopf und erkannte, dass die Mutter recht hatte. Er versprach nie mehr Früchte zu stehlen.

„Sehr gut Julian. Es freut mich, dass du dich entschieden hast richtig zu handeln, bevor dir noch schlimmeres zustößt. Öfters präsentiert uns das Leben die Realität auf härtere und unangenehmere Weise.“      
     
Der Junge wurde nachdenklich als er die Worte der Mutter hörte und ging dann die Schultasche abstellen um Mittag zu essen.

Am nächsten Tag hatte Julian die Geschichte mit den Kirschen schon vergessen, aber mied es mit der Bande zusammen nach Hause zu kommen, wie es ihm die Mutter angeraten hatte.
Drei Tage später, als er wieder an dem Haus vorbeikam, sah er dass der Kirschbau weiterhin mit reifen und leckeren Früchten beladen war. Julian hatte Hunger und das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Er überlegte… überlegte...überlegte...

Letztendlich, zwischen die Früchte stehlen oder nicht stehlen, entschied er sich es zu riskieren. Er dachte: „das wird doch eh keiner sehen! Und was für einen Unterschied werden schon zwei oder drei Kirschen der Frau ausmachen, die so viele Früchte haben kann wie sie will?“

Es blieben keine Zweifel mehr. Er kletterte auf die Mauer und holte sich die Kirschen.
Als er gerade herunter kletterte hörte er eine Stimme hinter sich:

„Du bist es also, der meine Kirschen klaut?... Kind, es hätte doch gereicht wenn du mich drum gebeten hättest. Ich hätte dir so viele Früchte gegeben wie du gewünscht hättest! Und ich könnte dir noch viel mehr geben: ich habe Pflaumen, Äpfel und Birnen in meinem Obstgarten.“ 

Rot vor Scham wusste Julian nicht, wie er sich entschuldigen könnte. Es war nicht er gewesen, der immer die Früchte geklaut hatte, aber würde es jetzt was bringen es der Frau zu sagen? Sie würde ihm eh nicht glauben...

 
 „Ich bitte Sie um Entschuldigung. Das wird nie mehr passieren. Ich verspreche es.”

Die Frau schaute ihn freundlich an und lud ihn liebevoll ein hereinzukommen.

„Komm rein, du scheinst mir kein böser Junge zu sein. Ich werde dir viele Früchte geben. Ich heiße Dora. Und du?“

„Julian.”

Sie ging mit ihm rein und unterhielt sich mit ihm.

Sie zeigte ihm den Obstgarten, den Papagei und den Hund. Sie unterhielten sich lange und wurden Freunde. Julian verlies dann Doras Haus voller wunderbaren Früchten beladen.

Als er zu Hause ankam, beschämt von dem was geschehen war, erzählte er es seiner Mutter und folgerte:

„Du hattest recht Mutter. Ich musste mich heute so schämen, dass ich es niemals vergessen werde. Aber ich habe diese Lektion verdient! Und es gab da auch eine gute Seite, weil ich Frau Dora, eine sehr besondere Frau, kennengelernt habe. Ach so, und sie will auch dich kennen lernen!...”

Julian ist gewachsen und ein Mann geworden. In seinem Kopf verblieb allerdings die gelebte Erfahrung und er richtete seine Taten immer dem Guten, der Ehrlichkeit und der Wahrheit nach.   
Meimei
 
(Diese Botschaft wurde von Célia Xavier de Camargo am 20.09.2010 empfangen.)
 





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