quarta-feira, 29 de maio de 2013

Lernen zu teilen (Geschichte)

Célia Xavier Camargo 
 

Bruno war ein Junge der nur an sich selbst dachte.


Er teilte nichts und mit niemandem. Wenn er Süßigkeiten, Schokolade oder Bonbons von seinen Großeltern oder Onkeln bekam, versteckte er alles in seinem Schrank. Und das versteckte er so gut, das keiner sein Versteck kannte, nicht mal seine Mutter. Es war sein Schatz. Und wisst ihr für was? Um später, wenn er alleine war, alles zu essen. 

 Die Mutter war mit seinem Benehmen nicht einverstanden und riet ihm: 

„Bruno, mein Sohn, wir müssen lernen, das was wir haben, mit den anderen zu teilen. Wir sollten nicht egoistisch sein und alles nur für uns wünschen. Im selben Maße wie wir geben, bekommen wir auch.“ 
Der Junge aber antwortete unerzogen: 
 
„Ich doch nicht! Wenn ich es doch bekommen habe, ist alles meins! Das gebe ich nicht her.“  

 
Seine jüngeren Geschwister Bernd und Bianka aßen die bekommenen Süßigkeiten, während Bruno nur zuguckte und an das Vergnügen dachte, das er später mit dem einsamen Genus seiner Süßigkeiten in seinem Zimmer haben würde. 
Doch dann ging Bruno spielen, wurde abgelenkt und vergaß die aufbewahrten Geschenke. Und die Zeit verstrich. 

Eines Tages rannten Brunos Geschwister ins Haus, jeder mit einem Packen Bonbons und Lutschern in der Hand. Sie zeigten fröhlich die Süßigkeiten, die sie von einem Herren bekommen hatten, der auf der Straße vorbeigekommen war und Leckeres an die Kinder verteilt hatte. 

Bruno, der im Haus gewesen war, hatte nichts bekommen und wurde gekränkt: 
„Ich will auch! Ich will! Gibt ihr mir ein bisschen? 

Bruno jedoch antwortete entschieden und zählte mit Biankas Zustimmung: 
„Gebe ich nicht. Du teilst nie was mit jemandem!“   

Bruno antwortete verärgert und mit einem verheulten Gesicht: 
„Egoisten! Macht nichts. Ich habe vieles aufbewahrt. Ich brauch nichts! Ihr werdet schon sehen!“ 

Er rannte ins Zimmer und wurde dicht auf den Versen von seinen Geschwistern verfolgt, die neugierig Brunos Versteck entdecken wollten, welches er ihnen immer so gut verheimlicht hatte, das sie es nie gefunden hatten. 

 

Bruno öffnete die Kleiderschranktür und nahm eine Schublade heraus, hinter der ein sehr gut versteckter Hohlraum zum Vorschein kam, wo alles war, was er geschenkt bekommen und aufbewahrt hatte. 

Mit triumphierender Miene streckte er die Hand herein und zog, einem nach dem anderen, Schokoladen, Süßigkeiten, Kuchen, Bonbons,  vor den erstaunten Augen der Kleinen hervor. Aber was für eine Überraschung!... Erstaunt bemerkte Bruno das seine Süßigkeiten ganz hässlich aussahen: die Schokoladen waren alt, die Süßigkeiten schlecht geworden, die Kuchen sauer und die Bonbons waren ganz weich geworden. 

Sehr enttäuscht bemerkte Bruno in diesem Augenblick, das er wegen seinem Egoismus nichts mit jemandem geteilt hatte. Und noch viel schlimmer war es, dass er feststellen musste, dass nicht mal er selbst die leckeren Sachen genossen hatte, die er mit so viel Hingabe bekommen hatte.
 
Jetzt war leider alles verdorben und musste in den Abfall kommen. 
Er setzte sich auf das Bett, schlug die Hände aufs Gesicht und begann zu weinen. Seine Geschwister hatten, obwohl sie ja noch so klein waren, ein gutes Herz und näherten sich ihm. Bernd sagte: 
„Sei nicht traurig Bruno.“ 
Und unter Brunos erstaunten Blick teilten sie brüderlich alles mit ihm, was sie an diesem Tag geschenkt bekommen hatten.   
„Ich verdiene eure Großzügigkeit nicht. Gerade lernte ich eine  wichtige Lektion. Jetzt verstehe ich was Mutter meint, wenn sie sagt, das man in dem Maße in dem man gibt auch bekommt. Ich habe nie was abgegeben und verdiene auch nichts. Aber trotzdem habt ihr bewiesen ein gutes Herz zu haben. Ab heute werde ich mich bemühen weniger egoistisch zu sein. Das verspreche ich!
                                                        Tante Celia
 
(Autor: Célia Xavier de Camargo; Übersetzung: Igor Oberding)
 
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