domingo, 24 de março de 2013

Laurens Traum




Célia Xavier Camargo

Laurens war erst acht Jahre alt, dennoch war er sehr lebhaft und klug.
Eines Tages in der Schule hörte er die Lehrerin über die Existenz des `Geistes` sprechen. Sie erklärte, dass er unsterblich sei, deswegen schon vor diesem Leben existierte und dass er nach dem Tod des Körpers weiterhin existiert. Zum Schluss fügte die an den Spiritismus glaubende Lehrerin hinzu:
„Der Schlafzustand ist dem Tode sehr ähnlich: der Geist löst sich vom Körper und geht dort hin, wo er möchte. Der Unterschied zum Tod ist, dass wir jeden Morgen erneut aufwachen, während nach dem Tod des Körpers der Geist nicht mehr diesen selben physischen Körper erneut bewohnt.“ 




Laurens hörte aufmerksam zu und die Worte der Lehrerin gaben ihm zu denken.
Eigentlich verstand er nicht so genau, wie das geschehen könnte und war sich auch nicht so sicher, ob er an `Geister` glauben sollte.

„Kann es denn wirklich sein, dass wir einen Geist oder eine Seele haben?“ fragte er.

„Wir haben nicht einen Geist oder eine Seele, Laurens, `wir sind` ein Geistwesen“ antwortete die Lehrerin.

Laurens war verblüfft. Niemals zuvor hatte er jemand über dieses Thema reden hören!
So ging er nachdenklich und voller Fragen nach Hause zurück. Den Rest des Tages konnte er an nichts anderes denken.
Am Abend betete er das kleine Gebet zu Jesus, das ihm seine Mutter beigebracht hatte und legte sich hin. Nicht lange danach schlief er ein.                               

Nach einiger Zeit wachte er wieder auf. Er war durstig und stand auf um Wasser zu trinken.

Er fühlte sich leichter und wohl. Als er aufs Bett schaute erschreckte er sich.

Er sah einen anderen Laurens schlafen.
Wie konnte er an zwei Stellen gleichzeitig sein?!...
Dann erinnerte er sich an das was die Lehrerin erzählt hatte.

„Toll! Das heißt, dass dieses mein geistiger Körper ist und dass ich außer meinem fleischlichen Körper bin!“

Über die Situation amüsiert ging er durch das Haus. Seine Eltern waren noch wach und Laurens sah, wie seine Mutter strickte und sein Vater ein Buch auf seinen Lieblingsschaukelstuhl las.

Er ging in die Küche um Wasser zu trinken, konnte das Glas aber nicht halten: seine Hand durchdrang es ohne es halten zu können.

Er sah seine Katze Mieze in einer Ecke der Küche schnurren und entschied sich mit ihr zu spielen.

„Mieze! Mieze!“ rief er.

Die Katze erwachte schläfrig. Laurens näherte sich dem Tier und streichelte es. Die Katze sträubte das Fell, miaute und eilte davon um sich in der Waschküche zwischen einem Haufen Wäsche zu verstecken, als hätte sie Angst.

Laurens beschloss das Tier in Ruhe zu lassen und zu seinem Zimmer zurück zu gehen.
Als er durch das Wohnzimmer kam, sah er Opa Carlos neben seiner Mutter. Lächelnd sagte der Opa zu ihm:

„Passe für mich gut auf deine Mutter auf, Laurens. Sage ihr es geht mir sehr gut.“
Der Junge kehrte wieder schläfrig in sein Zimmer zurück und legte sich hin.

Am nächsten Tag wachte er früh auf um in die Schule zu gehen. Zog sich um und ging zur Küche, wo seine Mutter gerade das Frühstück vorbereitete.

Sie setzten sich hin. Als sie Kaffee in die Tasse goss sagte die Frau:
„Seltsam, ich weiß nicht wo deine Katze ist. Immer wenn wir frühstücken kommt sie um was abzubekommen. Ich bin seit Stunden wach und sie ist noch nicht erschienen.“

Da erinnerte sich Laurens an seinen Traum und sagt:
„Ich weiß wo sie ist.“

Er stand auf, ging zur Waschküche, machte die Tür auf, und siehe da, Mieze kam hinaus und streckte sich am ganzen Körper.

„Woher wusstest du, dass sie da drin war?“ fragte der Vater neugierig.
Laurens erzählte von dem Traum in der Nacht und verwunderte somit die Eltern. Dann fuhr er fort:

„Und da ist noch eins: Opa Carlos, der im Wohnzimmer neben dir stand, Mama, bat mich für dich gut zu sorgen und dass ich dir ausrichte, dass es ihm sehr gut geht.“

Die Frau, dessen Vater vor ein paar Monaten verstorben war, sprach gerührt:

„Aber dein Großvater Carlos ist doch schon tot, mein Kind!“

„Und doch habe ich ihn sehr wohl lebend gesehen, Mama. Ich erinnerte mich nicht einmal, dass er schon gestorben war.“

Laurens Eltern umarmten sich vor Freude. Sie spürten, dass in dieser Nacht etwas ganz besonderes geschehen war.

Sie, die eigentlich an gar nichts glaubten, fühlten jetzt Dank Laurens Traum eine neue Hoffnung in ihren Herzen.

Und der Junge sagte mit weit geöffneten Augen:
„So hat meine Lehrerin doch recht! Den Tod gibt es nicht!...“
                                                            
Tante Celia

(Autor: Célia Xavier de Camargo; Übersetzung: Igor Oberding)

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