sábado, 23 de março de 2013

Die Kraft der Sonne



Die Kraft der Sonne
Célia Xavier de Camargo

Karlchen war ein guter und hilfsbereiter Junge. Er half den Menschen gerne.
Eine Sache konnte Karlchen allerdings nicht leiden: wenn Leute diskutierten oder zankten.
Er wurde dann gleich ungeduldig und mischte sich in die Diskussion ein, um die Streitenden zu trennen. Das passierte ihm überall wo er hinging: zu Hause, in der Schule oder auf der Straße.




Begannen seine Eltern zu Hause über die häuslichen Probleme zu diskutieren, mischte sich Karlchen gleich ein und wollte die Angelegenheit lösen.


In der Schule stritten seine Kollegen oft beim Fußballspielen oder wegen irgendeinem anderen Grund und kriegten sich gleich in die Haare, schubsten, schlugen und traten sich gegenseitig mit den Füßen. Karlchen rannte dann herbei, versuchte sie zu trennen und landete dabei selber oft inmitten des Streites.

Er kam dann entmutigt, müde, ganz schmutzig und nicht selten auch verletzt nach Hause.



Die Mutter, die ihn schon genau kannte, wusste schon was passiert war und beriet ihn mit Liebe:

„Mein Sohn, mache das nicht mehr. Irgendwann wirst du dir beim Streitschlichten noch ernsthaft weh tun. Sei etwas vorsichtiger! Rufe einen Erwachsenen oder den für die Gruppe verantwortlichen Lehrer.“

Aber was! Karlchen versprach sich nicht mehr in Diskussionen einzumischen, sobald allerdings ein Streit begann, da war er wieder mitten zwischen drin.
Eines Tages kam er mit einem roten Augen und blutender Stirn nach Hause. Seine Mutter fragte ihn besorgt:


„Was ist denn dieses mal passiert, mein Kind?“ Schau dich einmal an! Du bist ja ganz dreckig, verletzt und die Schuluniform ist zerrissen. Hast du dich schon wieder geprügelt?“

„Nein, selbstverständlich nicht Mama! Im Gegenteil. Ich habe nur versucht zwei Freunde zu trennen, die sich beim Ballspielen anfingen zu zanken.“
Die Mutter umarmte ihn und sprach liebevoll:
„Später sprechen wir. Jetzt geh erst mal duschen.“

Als der Junge gewaschen aus der Dusche kam, kümmerte sie sich um seine Verletzung an der Stirn und rief ihn zum Mittagessen.

Der Vater, der gerade ankam, schaute den Sohn ernst an, atmete tief ein und wollte mit ihm schimpfen, entschied sich letztendlich doch still zu bleiben.

Die zwei jüngeren Brüder schauten Karlchen an und lachten. Alle wussten was geschehen war. Es war ja nicht das erste mal, das er verletzt nach Hause kam.

Ihr Beide! Hört auf zu lachen! Das ist nicht lustig. Karlchen, mein Sohn, iss jetzt, und danach werde ich dir eine Kompresse auf das Auge machen, damit es nicht ganz blau wird.“

Nach der Mahlzeit, während die Mutter die Kompresse auf das Auge machte, sprach sie mit ihm und sagte:

„Halte Abstand sobald du bemerkst, dass ein Streit gerade beginnt, mein Kind.“

„Aber Mutter! Ich will doch vermeiden, dass meine Freunde zanken! Ich kann es nicht sehen, wie sie dann  voller Wut srteiten.“

„Ich weiß, dass deine Absicht gut ist, Karlchen. Um das zu erzielen, muss man allerdings einen bestimmten Abstand von dem Streit halten, und mit besonderer Ruhe, Sensibilität, Gleichgewicht und Liebe handeln.“
„Wie meinst du das Mutter? Was ist Gleichgewicht?“

„Das ist wenn wir uns inmitten einer Angelegenheit beherrscht und unparteiisch verhalten, das heißt, ohne auf die eine oder andere Seite zu neigen und dabei die besten Gefühle bewahren. Verstehst du?“
„Ungefähr.“


Die Mutter schaute sich nach etwas um, was ihr als Beispiel dienen könnte. Da guckte sie auf einmal aus dem Fenster und sah die Sonne draußen scheinen.
Sie führte das Kind in den Garten und fragte:
“Karlchen, mit Ausnahme von Gott, der unser Vater und der Schöpfer des Universums ist, was ist das Größte und Mächtigste in dieser Welt in der wir leben?“
Der Junge überlegte einen Augenblick und antworte mit den Augen in die Höhe gerichtet:

„Die Sonne, Mama. In der Schule habe ich gelernt, dass die Sonne ein Stern ist, der viele Male größer als unserer Planet Erde ist. Sie gibt uns Licht, Wärme und Mittel zum Leben. Die Lehrerin erklärte, das der Schöpfer alles so gut gemacht hat, dass wenn die Sonne ein bisschen weiter von der Erde entfernt wäre, wir vereist sterben würden, und wenn sie ein bisschen näher wäre, wir verbrennen würden!“

„Ganz genau Karlchen. Und nicht nur wir, die menschlichen Lebewesen, sondern alle Lebewesen, Tiere und Pflanzen. Also ist die Sonne sehr mächtig und sogleich sehr weit von der Erde entfernt, richtig? Trotzdem ist sie für das Leben unerlässlich, ihre Strahlen dringen zärtlich bis uns durch, ohne uns weh zu tun oder uns zu verletzen, dringen sanft in die tiefsten und verstecktesten Winkel, wo sie Licht und Wärme hin bringen.“

Der Junge überlegte eine Weile und sagte:

„Ich verstehe, worauf du hinauswillst. Damit willst du sagen, das um zu Helfen wir uns nicht in den Streit einzumischen brauchen, nicht wahr?“

„Ganz genau, mein Sohn! Pass auf: du bist doch erst 8 Jahre alt, aber viel größer als die Jungs in deinem Alter. Also was passiert? Wenn die Jungs kleiner als du sind, kannst du sie mit deiner Stärke verletzen. Wenn sie größer als du sind, endest du verletzt.“

„Das ist wahr Mama. Was kann ich es dann machen?“
„Im Moment der Gefahr denke an Gott und bitte darum, dass Frieden und Verständnis eintreffen. Danach hilf, wenn du kannst, aber ohne dich in den Streit zu mischen.“

Ab diesen Tag machte Karlchen ein schnelles Gebet immer wenn er die Jungs diskutieren sah und sagte dann ruhig:
„Beruhigt euch Leute. Versuchen wir dieses Problem doch in Frieden zu lösen, in Ordnung? Was ist den los? Kann ich helfen?“

Als sie seine ruhige Stimme hörten, diskutierten die Freunde nicht mehr, die Stimmung beruhigte sich, und bald waren sie wieder beim spielen, und glücklich in Frieden zusammen sein zu können.
Es gibt nichts, was nicht gelöst werden kann, wenn ein guter Wille und Frieden im Herzen existiert.

                                                          Tante Celia

(Autor: Célia Xavier de Camargo; Übersetzung: Igor Oberding; Korrektur: G. Friedl)

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