quinta-feira, 28 de março de 2013

Der Samen

Der Samen


Célia Xavier Camargo

Olaf war ein siebenjähriger, unruhiger und ungeduldiger Junge. Er konnte seine Hausaufgaben nicht machen und beschwerte sich über alles.


Er setzte sich hin, um die Hausaufgaben zu machen, doch ließ den Stift nach wenigen Minuten wütend wieder fallen:

„ Diese Aufgabe ist zu schwer! Ich kann sie nicht lösen.“ 

Als er von Freunden eingeladen wurde einen Film zu gucken, zeigte er sich schon bald ungeduldig und beschwerte sich:
„Dieses Spiel endet ja nie! Können wir nicht was anderes spielen?

Die Mutter machte sich Sorgen um das Kind und sein Benehmen. Sie hörte sich seine Beschwerden an, riet ihm Geduld an, und mahnte ihn an, sich mehr anzustrengen, allerdings ohne irgendeinem Erfolg.

Eines Tages entschied sie sich das Kind auf einen Spaziergang mitzunehmen.

Es war Frühling. Al sie durch einen Park spazierten entzückte sich Olaf bei der Ansicht von einem Bam in Blüten.

„Gucke mal Mama! Was für ein großer und schöner Baum! Seine Blüten sind so wunderschön und gut duftend!

Weiter dem Weg entlang hielt Olaf vor einer kürzlich eingeweihten Statue. Die Statue war einem Pioner der Stadt gewidmet und bildete ihn in originaler Größe nach. Erstaunt vor der Statue stehend bemerkte Olaf:    


„Gucke mal Mama! Was für eine schöne Staue! Es scheint als ob sie leben würde!“ 



Bald darauf kamen sie an einem großen Stein vorbei, der zur Gestaltung des Garten gehörte. Das Kind meinte:  



„Schon dieser Stein ist für gar nichts nützlich!” 



Die Mutter nutzte diese Gelegenheit und erklärte: 



„Das irrst du dich mein Kind. Aus einem rohen Stein wie diesem hier hat der Künstler die Statue gemacht, die du eben bewundert hast.“

„Wie kann der Künstler wohl ein so schönes Werk erschaffen?“ 

Die Mutter lächelte und antwortete: 

„Sicherlich mit viel Mühe und Zeit.”


Sie hob eine Samenschotte vom Boden auf, öffnete sie, holte einen der Samen heraus, legte ihn auf die Handfläche des Kindes und erwog dabei:
„Alles im Leben hängt von Mühe und Anstrengung ab, mein Kind. Aus einem kleinen Samen wie diesem hier ist der große und wunderschöne Baum entstanden, den du siehst. Er ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen der Natur und des Menschen, da jemand auf ihn aufgepasst hat, das er sich entwickeln konnte.“

Der Junge hatte eine Idee und sprach freudig: 


„Ich werde diesen Samen nach Hause mitnehmen und bei uns einpflanzen. Ich will ihn schon bald wachsen sehen!“  

„Eine gute Idee, mein Kind! Habe aber keine Eile. Es werden viele Jahre notwendig sein, dass dieser kleine Samen sich zu einem Baum entwickelt. Aber du wirst die Gelegenheit haben sein Entstehen mitzuerleben, und zu sehen, wie er wächst und sich entwickelt.“


Olaf war enttäuscht.


„Ich will aber das er gleich wächst!“ 


„Nichts geschieht von einem Tag auf den anderen mein Kind. Alles was wir tun verlangt von uns Mühe, Zeit und guten Willen. Hast du schon erlebt, wie ein Gebäude auf einmal entsteht, oder eine Brücke von Tag auf Nacht gebaut wird?“ 

„Nein. Auch meine Hausaufgaben lösen sich nicht von allein.“ 



„Ganz genau. Die Natur braucht, so wie wir auch, ihre Zeit um ihr Werk zu verrichten. Also mach weiter. Pflanze deinen Samen ein und du wirst sehen wie es schön ist sein Wachstum zu erleben.“ 



Vorsichtig trug Olaf den Samen in seiner Hand. Zu Hause angekommen grub er unter Anweisungen der Mutter ein Loch, legte den Samen herein, bedeckte ihn mit Erde und goss die Stelle mit Wasser.

Jeden Tag besichtigte Olaf, gleich nach dem Aufwachen, die Stelle wo er den Samen eingepflanzt hatte. Eines Tages sprang er vor Freude hoch: ein kleiner Spross richtete sich auf.

Danach begleitete Olaf zufrieden wie der Baum Tag für Tag wuchs und sich entwickelte, bis er viel größer als er selbst war.

Der unruhige und ungeduldige Junge lernte mit diesen Samen, dass alles seine rechte Zeit im Leben hat, und das es nichts bringt voreilig zu handeln.

Olaf entwickelte sich zu einem guten Schüler. Jahre später, als er schon ein junger Erwachsener war, zog er wegen dem Studium in eine andere Stadt um.


Als er zurückkehrte war er entzückt über das was er sah. Sein kleiner Samen hatte sich in ein Baum mit prächtiger Krone und gut duftenden Blumen verwandelt.


„Wir beide sind gewachsen und produzieren bereits. Ich, weil ich das Studium erfolgreich beendet habe, und du, weil du uns mit deinen Blumen und deinem Schatten glücklich machst. Ich habe viel mit dir gelernt, mein lieber Freund. Danke!“


Als er den Baum so betrachtete, mit seine mächtigen, Schatten und Frische spendenden Zweigen, und den wunderschönen Blumen, die den Hauseingang schmückten, sprach er gerührt zu ihm:

Er näherte sich dem Baum, umarmte den Baumstamm und deckte ihn mit Küssen ein.


Tante Celia


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